Funktion des Bahnwegs

Dem Anwohner des Bahnwegs zeigt sich im Verlauf des Tages ein unterschiedliches Bild: Frühmorgens sind es durchhuschende Leute auf dem Weg zur Arbeit. Dann große Pulks von Schülern aber auch ältere Leute auf Fahrrädern unterwegs meist in Richtung Innenstadt.

Dann der Vormittag mit gemischtem Verkehr – Besorgungen mit dem Rad oder Auto aber auch Lieferdienste oder Gewerbetreibende unterwegs.

Im Verlauf des frühen Nachmittags alles retour – die Schüler fahren nach Hause.

Zwischendurch immer wieder Leute, die ihren Hund ausführen, mit Kinderwagen oder auch Jogger . Der Bürgerbusch ist ein beliebtes Ziel. Schon jetzt müssen sich alle Verkehrsteilnehmer hier arrangieren, damit alle vorwärtskommen.

Uns Anwohnern geht es weniger um einen aufwendigen Straßenausbau, der dann alle glücklich macht – sondern um kleine Maßnahmen mit dem Ziel, die Straße lebenswert zu gestalten und möglichst optimale Bedingungen für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen und zu erhalten.

Dem Bahnweg wird eine Verbindungsfunktion zwischen Bürgerbuschweg und Feldstraße zugesprochen. Angesichts der parallel zum Bahnweg verlaufenden Hauptstrassen Alexanderstraße und Scheideweg besteht hier aber sicherlich keinerlei Notwendigkeit für eine solche Verbindung – zumindest für Autofahrer.

Für Autofahrer macht der Bahnweg nur einen Sinn als Schleichweg, um die überlasteten Hauptstraßen Alexanderstraße und Scheideweg zu umgehen. Gerade aus Richtung Norden kommend lädt die sehr großzügig dimensionierte Einmündung dazu ein, in den Bahnweg hineinzufahren. Hier sieht man auch häufiger Ortsfremde, die durch die zunächst großzügige Einmündung verleitet werden, in den Bahnweg hineinzufahren, dann aber bereits an der Gabelung zum Gartenbauamt wieder umkehren, weil ihnen der weitere Verlauf dann doch zu unübersichtlich ist.

Der Bahnweg ist daher als Wohnstraße für die Anwohner sowie als Zuwegung zum Bürgerbusch zu sehen. Eine „Verbindungsfunktion“ für alle Verkehrsteilnehmer ist hier nicht gewünscht und auch nicht notwendig.

Was erwarten wir von den Verkehrsplanern

Der Bahnweg heute schon eine Fläche, die am ehesten unter dem Begriff „Shared Space“ zusammengefasst werden könnte. Alles spielt sich im Verlauf des Tages auf der Straße ab:„Unser“ Bahnweg soll weiterhin eine vielseitig nutzbare Fläche sein, von allen Verkehrsteilnehmern sicher und streßfrei zu nutzen. Passanten sollten sich auf der Strasse zum Klönschnack treffen können, aber auch Paketboten, Handwerker, Lieferdienste oder Pflegedienste sollten hier unkompliziert unterwegs sein können.

Das derzeitige Bild einer tageszeitabhängig unterschiedlichen Nutzung sollte sich nicht schleichend zuungunsten der schwächeren Verkehrsteilnehmer entwickeln. Wenn z.B. im Berufsverkehr der Bahnweg zunehmend als Schleichweg zur Umgehung der verstopften Hauptstrecken genutzt wird, dann wird die Stimmung hier aggressiver und letztendlich auch gefährlicher. Auch wenn das in keiner Unfallstatistik auftaucht, denn im Zweifel wird man sein Fahrrad stehen lassen…und dann selbst das Auto nehmen, wenn der Aufenthalt zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf der Straße zu stressig wird.

Hier sind also Maßnahmen gefragt, die die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Möglicherweise würde es die Zufriedenheit für alle Verkehsteilnehmer schon deutlich erhöhen, wenn an einigen Abschnitten die Oberfläche anders gestaltet würde. So könnten die Eingänge zum Bürgerbusch auch auf dem Bahnweg selbst durch eine optisch anders gestaltete Straßenoberfläche deutlich gemacht werden.

Ausweichflächen für den Begenungsverkehr sollten besser ausgebaut werden ohne dabei aber zum schnelleren Fahren zu verleiten. Sicherlich haben die Experten der Stadt da gute Lösungen.



Halten und Parken

Einzig am oberen Ende des Bahnwegs ist an einem kurzen Stück des Bahnwegs Halteverbot. Hier würde jedes haltende Fahrzeug den Verkehr in beide Richtungen blockieren. Es gibt allerdings auch andere Stellen, an denen das Parken nicht zulässig sein sollte:

Einmündung zur Feldstraße

Erst unmittelbar vorm Einbiegen in den Bahnweg wird sichtbar, ob auf dem Abschnitt Gegenverkehr unterwegs ist:

Wenn bei Gegenverkehr dort ein Fahrzeug parkt wird das Ausweichen schwierig. In Einzelfällen muß man mitten im Abbiegevorgang stoppen, um den Gegenverkehr vorbeizulassen und behindert oder gefährdet gar den Querverkehr auf der Feldstraße.

Es sollte unbedingt sichergestellt werden, dass im Einmündungsbereich nicht geparkt wird!

Thema Dauerparker

Hier ist das Problem nicht das Parken auf dem Bahnweg selbst, sondern das Parken auf dem Parkplatz am Bürgerbusch. Nach Darstellung von Anwohnern werden hier auch Parkplätze durch Beschäftigte aus den Gewerbebetrieben am Bürgerbuschweg belegt. Diese „Fremdparker“ sollten aber sicher auch Parkmöglichkeiten auf den Betriebsgeländen haben. Dieser Parkplatz am Bürgerbusch sollte vorwiegend den Besuchern des Bürgerbusches zur Verfügung stehen. Hier macht eine Parkzeitbegrenzung durchaus Sinn, um Dauerparker fernzuhalten. Momentan ist der Parkplatz allerdings wegen der Bauarbeiten an der Bahnstrecke gesperrt.

Ansonsten sind Probleme mit „Dauerparkern“ sicher eher durch Anwohner selbst verursacht. Gerade bei den Neubauten fehlt es teilweise an Parkplätzen, so dass die Bewohner dann auf Parkplätze an der Straße ausweichen.

Zuwegungen zum Bürgerbusch

Grundsätzlich sind in der Nähe der südlichen Zuwegungen zum Bürgerbusch einzelne Autos von Besuchern des Bürgerbusches willkommen. Es kommt allerdings gelegentlich auch vor, dass die Zuwegung soweit versperrt wird, dass Radfahrer oder Fußgänger einen Slalomkurs absolvieren müssen, wenn sie an den parkenden Fahrzeugen vorbei wollen. In seltenen Fällen wird auch auf der linken Seite (stadtauswärts gesehen) geparkt.

Möglicherweise entspannt sich die Lage, sobald der Parkplatz am oberen Ende (der derzeit durch die Bahn für die Baumaßnahmen beansprucht wird) wieder uneingeschränkt für Besucher des Bürgerbusches zur Verfügung steht. Vielleicht könnte die Stadt hier auch eine vorzeitige Freigabe aushandeln (zumindest momentan scheint der Parkplatz nicht mehr als Baustellenfäche genutzt zu werden). Die weiter südlich anschließende Fläche, die derzeit als Zuwegung zur Baustraße verwendet wird könnte nach Freigabe ebenfalls in Parkfläche umgewandelt werden, so dass dann nach Abschluss der Bahnbaumaßnahmen sogar mehr Parkplätze zur Verfügung stehen könnten.

Radverkehr

Der Bahnweg ist durchaus Bestandteil des Radwegnetzes der Stadt Oldenburg. Dies ist auf unterschiedlichen Karten dokumentiert. Leider sind nicht alle Links mehr aktiv, so z.B. auf den Seiten der Stadt Oldenburg, wo auch mal etwas wieder entfernt wird.

Auch auf dem Navigator des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersächsischen (LGLN)

kann ein PDF-Dokument mit dem Radwegenetz der Stadt geöffnet werden. Der nachfolgende Ausschnitt zeigt, dass der Bahnweg als Alternative zu den beiden Wegstrecken an den Hauptstrassen (Alexanderstraße bzw. Scheideweg) eingezeichnet ist (grüner Pfeil):

https://www.geolife.de/

kann unter den Karteneinstellungen das Radwegenetz Niedersachsen eingeblendet werden. Auch dort ist der untere Bahnweg Bestandteil des regionalen Radwegenetzes.

Tatsächlich wird der Bahnweg auch gern von Radfahrenden aus dem Stadtnorden Richtung Innenstadt genutzt. Während Radfahrende aus nördlicher Richtung meist auf dem Bahnweg bleiben und nicht am Bürgerbusch der gelb markierten Wegstrecke folgen queren Radfahrer aus nordöstlicher Richtung gern den Bürgerbusch und stoßen dann erst am „dicken“ Bahnweg hinzu. (grüner Pfeil)

Geschwindigkeit

Auch wenn es sich nicht in der Unfallstatistik zeigt: Für die meisten Fußgänger ist es nicht komfortabel, wenn Autos mit einer Geschwindigkeit von 30km/h vorbeifahren. Zum Glück fahren die meisten Autos beim Vorbeifahren an Fußgängern auch langsamer. Sicherlich ist dies kein spezielles Thema für den Bahnweg. Allerdings ist ganz klar, dass die Bereitschaft, einen Weg zu Fuß zurückzulegen, abnimmt, wenn auf der Strecke auch viele Fahrzeuge mit Geschwindigkeiten von 30km/h oder mehr unterwegs sind. Hier wären sicherlich grundsätzliche Regelungen gefragt. Vielleicht wäre hier eine generelle Regelung sinnvoll, die auf gemeinsam genutzten Wegen hier besondere Rücksichtnahme vorschreibt….

Oberflächenentwässerung

Die von Ihnen beschriebene technische Lösung kann nicht wirklich überzeugen. In diesem Fall lag ein großer Garten in einer Senke, die sicherlich auch größere Wassermengen aus der Nachbarschaft mit aufnehmen konnte. Die Starkregengefahrenkarte, die ja noch von einem unbebauten Grundstück ausgeht, zeigt dies auch sehr eindrucksvoll. Ein Rückhaltebecken mit dieser Kapazität dürfte ein technisch anspruchsvolles Bauwerk sein, was zudem einen gewissen technischen Aufwand (Pumpen mit pegelabhängiger Steuerung) sowie Wartungsaufwand (Verstopfung) erfordern dürfte. Auch wenn in diesem Fall der Gartenbesitzer einen Serviceaufwand für die Nachbarn mit übernommen haben dürfte (indem dort auch Niederschlag der etwas höhergelegenen Nachbargrundstücke gespeichert und versickert ist) so ist das Problem nicht gelöst, wenn dieses tiefliegende Land zunächst weiter aufgeschüttet wurde (also von den Nachbarn kein Wasser mehr aufgenommen wird). In der Konsequenz müssten dann die Nachbarn ebenfalls Rückhaltebecken einrichten. Wurde das auch kommuniziert?

Ist in letzter Konsequenz dann irgendwann alles auf ein einheitliches Niveau aufgeschüttet und jeder behält sein Wasser?

Als Straßenanlieger wird mir das Thema Entwässerung bei jedem Regen deutlich: Der tiefste Punkt für einen Straßenabschnitt von einigen 10m liegt auf der Zufahrt zum hinterliegenden Grundstück (15B) liegt. Dort wurde bei unserem Hausbau ein Gully gesetzt, der nun die Entwässerung übernimmt. Das funktioniert aber nur dann, wenn der Gully regelmäßig gereinigt wird, weil dieser durch Straßenschmutz mit Laub und kleinen Ästen immer wieder verstopft. Dann entsteht bei stärkeren Regefällen sehr schnell eine große Pfütze, die dann irgendwann die Garage und das Haus des Nachbarn überläuft… Allerdings stammt die weitaus größte Menge an Oberflächenwasser nicht von unserem Grundstück, sondern von der Straße –



Zusammenfassung der Themen

Zusammengefasst noch einmal die von Anwohnern genannten Themen

Punkt 6 Parkplatz

Der Parkplatz sollte wenn möglich bereits vor Abschluß der Bauarbeiten wieder für Besucher des Bürgerbuschs zur Verfügung stehen. Wegen der begrenzten Anzahl an Parkplätzen rund um den Bürgerbusch sollten hier keine Dauerparker zugelassen werden (Parkzeitbegrenzung?)

Punkt 5 Kindertagesstätte

Die Anzahl an Parkplätzen an der Kindertagesstätte dürfte nach Ansicht der Nachbarn viel zu gering sein für Personal und Abholer. Eswurde befürchtet, dass hier in Zukunft Probleme entstehen durch zusätzlich an der Straße abgestellte Autos sowie durch erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Eltern, die ihrer Kinder mit dem Auto zur Tagesstätte bringen.

Punkte 3 und 4 Südliche Zugänge zum Bürgerbusch

Abstellmöglichkeiten für Besucher des Bürgerbuschs, die mit dem Auto hier her kommen, sind sehr improvisiert und hier wird nicht immer Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer und die Natur genommen.

Der Querverkehr durch Spaziergänger, Jogger und Radfahrer erfordert große Aufmerksamkeit (Verkehrsberuhigung).

Punkt2 Anbindung der Stichstraße

Hier ist ein weiterer Punkt, wo Querverkehr erhöhte Aufmerksamkeit fordert.

In diesem Abschnitt sind daher Maßnahmen gefragt, die das Tempo aller verkehrsteilnehmer anpassen.

Punkt1 Ausweichmöglichkeit

Hier sollte der verfügbare Platz zum Ausweichen bei Gegenverkehr freigehalten werden (Parkverbot).

Negativbeispiel Bürgerfelder Straße

Ein Negativbeispiel für Straßenausbau haben wir mit der Bürgerfelder Straße ja direkt vor unserer Haustür: Dort wurden so ziemlich alle Fehler der 70er-Jahre gemacht, die machbar sind. Die Straße wurde autogerecht trassiert, die Bedürfnisse der anderen Verkehrsteilnehmer haben sich hier unterzuordnen.

  • Für Fußgänger sind viel zu schmale Bürgersteige gebaut, die dann im Bereich der Feldstraße irgendwo „versanden“. An vielen Stellen hat man nur im Gänsemarsch ausreichend Platz. An der Kurve mit der Einmündung der Feldstraße können die Fußgänger nicht dem Lauf der Kurve folgen wollen. Sie müssen dann entweder auf die Straße wechseln oder auf die andere Straßenseite– oder einen Umweg gehen.
  • Radfahrer, die von der Alexanderstraße kommend den Radweg nutzen, müssen sich am Ende des Radstreifens irgendwie wieder auf die Straße zurückschlängeln – oder sie verzichten von vornherein auf die Nutzung des Radwegs (zum Glück legal)…oder es wird irgendwo zwischendurch auf die Straße gewechselt. Auch in Gegenrichtung ist das ganze chaotisch: Weil nahezu alle Radfahrer an der Alexanderstraße links abbiegen (stadteinwärts) möchten, wechseln viele vor der Kreuzung auf die linke Seite, um dann zusammen mit den Fußgängern dort direkt auf den gegenüberliegenden weiterführenden Radstreifen zu gelangen. Dabei kreuzen sie 2x den Autoverkehr.
  • Die Vorfahrt der Feuerwehr oder anderer Verkehrsteilnehmer aus der Ibo-Koch-Straße (eigentlich gilt immer rechts vor links) wird von aus der Alexanderstraße abbiegenden Verkehrsteilnehmern sehr häufig mißachtet. In der Folge wurde erst vor kurzem eine spezielle Lichtzeichenanlage an der Einmündung installiert.
  • Die großzügige Trassierung dürfte viele Autofahrer zum Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit verleiten (jedenfalls wird hier häufiger mal eine Radarkontrolle gemacht, um genau das zu verhindern).

Dabei ist da eigentlich ist sehr viel Platz für eine bessere Lösung aber bisher hat sich da noch kein Verkehrsplaner gefunden, der eine nette und für ALLE (Fußgänger, Radfahrer UND Autofahrer UND Feuerwehr) erfreuliche Lösung einrichtet…

Bitte machen Sie solche Fehler hier am Bahnweg nicht noch einmal.